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Dr. Wojtas besucht die Rehaeinrichtungen in der Region - ein persönlicher Erfahrungsbericht.

In diesem Herbst besuchte ich das Reha-Zentrum in Baunatal sowie das Reha-Zentrum in Kassel in der Wilhelmshöher Allee. Das hat sowohl bei Patienten, wie auch bei den dort Beschäftigten zunächst zu einer Verwunderung geführt. Der eine oder andere Patient habe sich Sorgen gemacht, ich könnte erkrankt sein und müsse deswegen eine Reha-Maßnahme absolvieren.

 

Das Warum:

Meine Behandlungsschwerpunkte sind die Operationen von Bandscheibenvorfällen und Stenosen an der Halswirbelsäule und die minimal invasiven Operationstechniken an der Lendenwirbelsäule. Ich glaube, dass wir alle immer in der Lage sind uns weiter zu verbessern. In meinen Fall schulde ich das nicht nur mir selber, sondern vor allem auch meinen Patienten. In meinem Sommerurlaub habe ich mir viele Gedanken gemacht und habe festgestellt, dass ich zwar den Krankheitsverlauf meiner Patienten gut im Blick habe und während der Operation und in der Zeit im Krankenhaus alles über meine Patienten weiß, jedoch in der Zeit nach der Operation eigentlich wenig Vorstellung habe, was mit dem Patienten wirklich passiert. Diese Wissenslücke war etwas, was mich schon immer gewurmt hat, und ich war der Meinung, dass ich diese schließen müsste, um meinen Patienten eine bessere Behandlung anbieten zu können.



Der Plan:

Die meisten unserer Patienten absolvieren ihrer Reha-Maßnahme in der ambulanten Reha in Baunatal und in Kassel in der Wilhelmshöher Allee/Ecke Schönfelder Straße. Von beiden Einrichtungen hatte ich von dem Patienten bis jetzt nur das Beste gehört und hervorragende Ergebnisse gesehen.

Ich meldete mich bei den jeweiligen Geschäftsführern an und besprach, dass ich als „inkognito Patient“ für 1 Tag kommen würde und einen normalen Tagesplan wie jeder andere Patient absolvieren würde.

 

Die Durchführung:

Im Oktober 2019 war ich im Reha-Zentrum in Baunatal. Im November 2019 war dann das Reha-Zentrum in der Wilhelmshöher Allee/Ecke Schönfelderstrasse dran. Am verabredeten Tag erschien ich dort mit einer Jogginghose und T-Shirt bekleidet und mit einem Rucksack auf dem Rücken. Der Tagesplan wurde mir entweder frühmorgens oder im Vorfeld bereits mitgeteilt. Ich absolvierte unter anderem Einzelkrankengymnastik, Krankengymnastik in Gruppe, Nordic Walking, Gymnastik an Geräten und einige andere Maßnahmen.



Die Überraschung:

Überrascht hatte mich in beiden Einrichtungen die flüssige Organisation. Man darf nicht vergessen, dass es sehr viele Patienten mit sehr vielen verschiedenen Erkrankungen sind, die so eine Reha absolvieren. Der Tagesplan und der Ablauf waren individuell auf jeden Patienten zugeschnitten. Für mich war sofort übersichtlich, was ich zu tun habe und wohin ich gehen müsste. Eine weitere Überraschung für mich war es, wie belastbar die Patienten nach einer derartigen Operation bereits sind. Ich habe einige von meinen Patienten gesehen, die bereits 2 oder 3 Wochen nach der Operation ein wirklich gutes Training absolvieren konnten.



Was hat mich beeindruckt:

Am meisten beeindruckt hat mich aber wie engagiert und qualitativ hochwertig die Therapeuten an beiden Standorten gearbeitet haben. Es wurde auf die Patienten eingegangen, es wurde dem Patienten viel erklärt und es wurden sehr gute Tipps für die Zukunft gegeben. Das Ganze erfolgte stets in einer freundlichen und teils familiären Atmosphäre. Ohne das Engagement der Beteiligten wären diese Reha-Maßnahme in diese Qualität sicher nicht möglich.



Der Wermutstropfen:

Leider werden immer mehr Rehaanträge durch die Kostenträger abgelehnt. Aus meiner Sicht tragen aber gerade diese Maßnahmen erheblich dazu bei, dass wir am Ende ein gutes Ergebnis für den Patienten erzielen können.



Resümee:

Für mich waren die beiden Tagen der absolute Gewinn. Ich werde meine Behandlung und meine Operationstechnik an die mögliche Belastung während der Reha-Maßnahme anpassen und entsprechend optimieren. Wir sollten weiter daran arbeiten, dass unserer OP Techniken noch minimal invasiver und schonender für die Patienten werden. Ich glaube, dass wir durch einen derartigen Austausch für unsere Patienten ein noch viel besseres Ergebnis erzielen können.

PS: Auch wenn mir der eine oder andere Muskel wehgetan hat, keine Sorge, ich bin kerngesund und für meine Patienten im vollen Umfang da.



Ihr Dr. K. Wojtas